Taekwondo und der Weg zu Olympia

Der 4. September 1994 wird als ein denkwürdiges Datum in die Taekwondo-Geschichte eingehen. An diesem Tag verkündete nämlich Juan Antonio Samaranch, damaliger Präsident des Internationalen Olympischen Comitee (IOC), das Taekwondo in das olympische Programm aufgenommen wird und bei den Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000 vertreten ist.

Daß sich Taekwondo bereits vor der IOC-Entscheidung durchaus berechtigte Hoffnungen auf den olympischen Status machen konnte, lag unter anderem an Dr. Kim Un-Young, der neben seinem Amt als Präsident der World Taekwondo Federation (WTF) auch noch die Funktion als Vizepräsident des IOC begleitet. Aber auch von Juan Antonio Samaranch ist bekannt, daß er dem Taekwondosport durchaus zugeneigt war. Nur am Rande sei erwähnt, daß Spanien in punkto Taekwondo in Europa schon seit Jahren Spitzenposition einnimmt.

Um die Ausweitung des zeitlichen Rahmens, mit dem die Aufnahme von Taekwondo verbunden ist, nicht zu arg zu strapazieren, wurden die acht Gewichtsklassen der Damen und Herren vom IOC auf vier Klassen reduziert. Da auch diese Beschränkung angesichts von weltweit 127 Mitgliedsländern ein organisatorischer Unsicherheitsfaktor gewesen wäre, wurde vom IOC die Teilnehmerzahl auf insgesamt nur 100 WettkämpferInnen beschränkt.

Mit der IOC-Entscheidung verbinden viele der im Hochleistungsbereich trainierenden Wettkämpfer und Wettkämpferinnen die Hoffnung, dass mehr Journalisten als bisher ihre Vorurteile gegenüber dem Taekwondosport aufgeben und sich vor Ort über die Regeln informieren. Denn ein sachlicher Bericht oder eine sachliche Reportage ist – im Gegensatz zu den anderen Nationen – für deutsche Taekwondokas der einzige Lohn, den sie für ihren Einsatz erhalten.

Nun denn…bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erlebte Taekwondo seine olympische Premiere…

Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann Deutschland erstmalig eine Silbermedaille durch Faissal Ebnoutalib (Herren -80 kg).